
Pressemitteilung
Benchmark-Studie Restrukturierungen 2026: Was wirklich wirkt
254 Unternehmen geben Einblick in ihre Restrukturierungsprozesse: Die Benchmark-Studie von BCG, DGFP und Restart Career zeigt, warum Klarheit, Tempo, strategische HR-Beteiligung und Unterstützung für Mitarbeitende bei der erfolgreichen Umsetzung den Unterschied machen.
12. Januar 2026
Hamburg, 12.01.2026 – Restrukturierungen sind heute mehr als reine Kostensenkungsprogramme. Sie verbinden wirtschaftlichen Druck mit strategischer Transformation und stellen Unternehmen vor die Aufgabe, Veränderungen schnell, wirksam und verantwortungsvoll umzusetzen. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) und der Boston Consulting Group (BCG) hat die Restart Career GmbH deshalb 254 Unternehmen in Deutschland zu ihren Restrukturierungserfahrungen befragt. Die Ergebnisse der Benchmark-Studie Restrukturierungen 2026 zeigen, welche Faktoren die Umsetzung tatsächlich beeinflussen – und wo Unternehmen noch Potenzial haben.
Die anonymisierte Befragung umfasste 27 Fragen zu Auslösern, Umfang, Instrumenten, Konditionen, HR-Beteiligung und Umsetzungserfolg. Befragt wurden Unternehmen aller Größenklassen und Branchen, die in den vergangenen drei Jahren Restrukturierungen durchgeführt hatten. Die Erhebung fand zwischen September und November 2025 statt.
Restrukturierungen sind häufig strategische Transformationen
Die Studie zeigt, dass Restrukturierungen häufig mit einem umfassenderen Umbau des Unternehmens verbunden sind. 77 Prozent der befragten Unternehmen stellen während der Restrukturierung parallel neue Profile ein. Reorganisationen sind mit 55 Prozent der häufigste Auslöser, gefolgt von Kostensteigerungen mit 44 Prozent und strategischer Neuausrichtung mit 36 Prozent. Automatisierung oder künstliche Intelligenz nennen dagegen nur 11 Prozent als direkten Anlass.
Restrukturierungen bedeuten damit in vielen Fällen nicht nur Abbau, sondern auch den Aufbau neuer Strukturen, Kompetenzen und Geschäftsmodelle. Unternehmen müssen gleichzeitig Kosten senken, Zukunftsfähigkeit sichern und Mitarbeitenden Orientierung geben.
Kommunikation ist der stärkste Hebel
Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Qualität der Umsetzung nicht allein von den gewählten Instrumenten abhängt. Der stärkste einzelne Hebel ist die Kommunikation: Klare, frühzeitige und konsistente Kommunikation steigert die Zufriedenheit mit der Umsetzung um 44 Prozent. Auch Tempo spielt eine entscheidende Rolle. Bei einer Umsetzung innerhalb von weniger als drei Monaten sind 84 Prozent der Befragten zufrieden; bei Restrukturierungen mit einer Dauer von sechs bis zwölf Monaten sinkt dieser Anteil deutlich.
Insgesamt erreichen 85 Prozent der Unternehmen ihre finanziellen Ziele oder übertreffen sie. Gleichzeitig sind nur 67 Prozent mit der Kommunikation zufrieden, und lediglich 40 Prozent berichten von einer stabilen oder verbesserten Stimmung im Unternehmen. Die Studie zeigt damit eine zentrale Spannung: Die wirtschaftlichen Ziele werden häufig erreicht, während Vertrauen, Arbeitgebermarke und Produktivität in der Übergangsphase stärker unter Druck geraten.
„Eine Restrukturierung ist dann erfolgreich, wenn sie nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern auch in der Organisation tragfähig umgesetzt wird“, sagt Dr. Sabrina Zeplin, Gründerin und Geschäftsführerin der Restart Career GmbH. „Dafür braucht es frühzeitige Klarheit, sichtbare Verantwortung und eine Kommunikation, die den Menschen Orientierung gibt. Unternehmen, die diese Dimensionen von Anfang an mitplanen, schaffen bessere Voraussetzungen für Umsetzungserfolg und Zukunftsfähigkeit.“
HR ist operativ unverzichtbar – strategisch noch zu wenig beteiligt
Die HR-Funktion übernimmt in Restrukturierungen bereits eine zentrale Rolle in der Umsetzung: 85 Prozent der Befragten sehen HR als Umsetzer, 72 Prozent bei der Konzeption der Trennungsprozesse und 66 Prozent als Verhandlungspartner für den Betriebsrat. Bei der Gestaltung der Zielorganisation ist HR jedoch nur in 33 Prozent der Fälle beteiligt.
Die Studie zeigt einen messbaren Zusammenhang zwischen früher strategischer Beteiligung und der Qualität der Umsetzung. Wenn HR die Zielorganisation mitgestaltet, steigt die Zufriedenheit mit dem Restrukturierungsprozess um 10 Prozent. HR kann damit mehr leisten als Prozesssteuerung und Administration: Die Funktion bringt wichtige Perspektiven zu Kompetenzen, Rollen, Kommunikation und Akzeptanz in die Transformation ein.
Freiwilligkeit und Unterstützung erhöhen die Akzeptanz
Sieben von zehn Unternehmen setzen auf ein Freiwilligenprogramm, bevor betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden. Unternehmen mit einem solchen Programm berichten von einer rund 25 Prozent höheren Zufriedenheit mit dem Restrukturierungsprozess. Die Programme werden in 78 Prozent der Fälle offen für alle oder eine definierte Gruppe gestaltet; 36 Prozent der Unternehmen sprechen ausgewählte Mitarbeitende gezielt an.
Auch die Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil vieler Restrukturierungen. 57 Prozent der Unternehmen bieten entsprechende Unterstützung an, 35 Prozent setzen Outplacement- oder Newplacement-Angebote ein. Die Studie zeigt, dass Outplacement die Zufriedenheit mit der Umsetzung um 5 Prozent erhöht. Knapp ein Viertel der Unternehmen unterstützt Betroffene zusätzlich bei der Qualifizierung.
„Verantwortung in Restrukturierungen zeigt sich nicht erst im Trennungsgespräch, sondern bereits in der Planung des gesamten Prozesses“, sagt Dr. Sabrina Zeplin. „Outplacement und Newplacement sind dabei keine isolierten Zusatzleistungen. Sie geben Menschen eine realistische Perspektive, stärken die Akzeptanz der Veränderungen und helfen Unternehmen, ihre Arbeitgeberverantwortung sichtbar zu übernehmen.“
Benchmarks statt Bauchgefühl
Auch bei Abfindungen zeigt die Studie deutliche Unterschiede nach Branche und Unternehmensgröße. Die Abfindungsfaktoren liegen zwischen 0,5 und 2,0; im Mittel beträgt der Faktor 1,01. Bei Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitenden liegt er im Durchschnitt bei 1,41. Für die Zufriedenheit mit der Umsetzung ist der Faktor allein jedoch nur begrenzt entscheidend. Wichtiger ist das Gesamtpaket aus Abfindung, Freiwilligkeits- und Sprinterregelungen, Newplacement sowie klaren Mindest- und Höchstgrenzen.
Die Benchmark-Studie bietet Unternehmen damit Vergleichswerte für die Planung und Gestaltung künftiger Restrukturierungen. Sie macht sichtbar, welche Maßnahmen sich in der Praxis bewähren und an welchen Stellen die Qualität der Umsetzung verbessert werden kann.
Sechs Empfehlungen für Restrukturierungen
Aus den Ergebnissen lassen sich sechs zentrale Handlungsempfehlungen ableiten:
Umsetzung straffen: Unter sechs Monaten bedeutet in der Regel mehr Orientierung und höhere Zufriedenheit – länger ist nicht automatisch besser.
Freiwilligkeit zuerst anbieten: Freiwilligenprogramme verbessern die Akzeptanz und können Klagerisiken reduzieren.
Kommunikation als eigenen Projektstrang führen: Frühzeitige, einheitliche und klare Kommunikation ist der stärkste Hebel für Zufriedenheit.
HR früh strategisch einbinden: HR sollte bereits bei der Gestaltung der Zielorganisation beteiligt sein.
Unterstützung für Betroffene mitdenken: Outplacement und Newplacement stärken Perspektiven, Akzeptanz und Arbeitgeberverantwortung.
Wirkung messen: Zufriedenheit, Arbeitgeberbewertung und Fluktuation sollten auch nach Abschluss des Projekts erfasst werden.
Die Benchmark-Studie Restrukturierungen 2026 ist ein gemeinsames Projekt von DGFP, BCG und Restart Career. Die vollständigen Studienergebnisse können über die Kooperationspartner angefordert werden, z.B. hier.
Über Restart Career
Die Restart Career GmbH mit Sitz in Hamburg ist bundesweit tätig und zählt zu den modernen Anbietern für Outplacement, Newplacement und berufliche Neuorientierung. Das Unternehmen begleitet Organisationen und Mitarbeitende, wenn arbeitgeberseitige Trennungen unvermeidlich sind – wertschätzend, wirksam und zeitgemäß.
Mit einem modularen Ansatz aus digitaler Plattform, KI-gestützten Tools und persönlicher Begleitung unterstützt Restart Career Menschen in beruflichen Veränderungssituationen dabei, Klarheit zu gewinnen, neue Perspektiven zu entwickeln und selbstbewusst den nächsten Schritt zu gehen. Unternehmen ermöglicht Restart Career, Trennungsprozesse verantwortungsvoll zu gestalten, Orientierung zu geben und Vertrauen zu schaffen. Mehr unter www.restartcareer.de.
Über die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e. V. (DGFP)
Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e. V. (DGFP) ist seit 1952 das Kompetenz- und Karrierenetzwerk für HR-Professionals. In ihrem Netzwerk engagieren sich Unternehmen verschiedener Größen, Wissenschaftsorganisationen, Beratungen und Persönlichkeiten aus dem Personalmanagement. Die DGFP ist die Stimme des Personalmanagements gegenüber Politik und Gesellschaft und fördert den persönlichen Erfahrungsaustausch sowie die Weiterentwicklung professioneller HR-Arbeit. Mehr unter www.dgfp.de.
Über die Boston Consulting Group (BCG)
Die Boston Consulting Group (BCG) ist eine weltweit führende Unternehmensberatung. Gemeinsam mit Führungskräften aus Wirtschaft und Gesellschaft treibt BCG tiefgreifende Transformationen voran. Seit der Gründung 1963 leistet BCG Pionierarbeit im Bereich Unternehmensstrategie und verbindet Strategieberatung mit Technologiekompetenz und unternehmerischer Umsetzungskraft. Mehr unter www.bcg.de.
Pressekontakt
Restart Career GmbH
E-Mail: kontakt@restartcareer.de
Telefon: +49 40 5730 8700
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